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Richard Wagner-Verband Köln e.V.

Stipendiaten 2016


v.l.n.r.: Nicolai Dembowski, Ines Vinkelau, Luke Stoker, Alexandra Untiedt und Waldemar Kinas

Vor dem Festspielhaus in Bayreuth - v.l.n.r.: Nicolai Dembowski, Ines Vinkelau, Luke Stoker, Alexandra Untiedt und Waldemar Kinas

Die folgenden Angaben beziehen sich auf den Zeitraum bis zum Jahr des Stipendiats. Der weitere Werdegang ist nicht berücksichtigt.

Nicolai Dembowski

Nicolai Dembowski, Jahrgang 1994, erhielt seinen ersten Musikunterricht mit 7 Jahren auf dem Horn an der Musikschule seiner Heimatstadt Rotenburg an der Wümme (Niedersachsen). Er begann bereits kurze Zeit später autodidaktisch zu komponieren und erhielt mit 10 Jahren zusätzlich Klavierstunden.
Nachdem er erste Preise bei „Jugend musiziert“ gewonnen hatte, wurde er 2006 Schüler von Prof. Joachim Kluge, Bremen, wo er seine Ausbildung auf dem Horn fortsetzte. Seit dieser Zeit sammelte er in zahlreichen Jugendorchestern und Landesauswahlensembles Orchestererfahrung. Er konzertierte dabei u.a. im Bremer Konzerthaus „Die Glocke“, dem Bremer Theater und der Staatsoper Hannover. Konzertreisen führten ihn nach Norwegen, Österreich und Italien.
Mit 16 Jahren wechselte er als Jungstudent an die Musikhochschule Hannover, wo er von Prof. Markus Maskuniitty (Horn) und Darlen Bakke (Klavier) unterrichtet wurde. Unterricht im Rahmen von Meisterkursen bei E. Tapani (Frankfurt), M. Thompson (London), E. Penzel (Köln) und H. Baumann (Essen) ergänzten sein Studium.
Nach seinem Abitur 2012 setzte er seinen Unterricht am Dr. Hoch´s Konservatorium Frankfurt fort, als Schüler von Soichiro Ohno (Horn) und Claudia von Lewinski (Klavier). Ergänzend besuchte er Vorlesungen zur Philosophie und Musikwissenschaft an der Frankfurter Goethe-Universität. Im selben Jahr wurde erstmals eines seiner Orchesterwerke, die Elegie für Cello und Orchester Opus 6, durch das Niedersächsische Jugendsinfonieorchester zu Gehör gebracht.
Im folgenden Jahr wurde er Dirigierschüler von Karsten Januschke, derzeit Kapellmeister der Frankfurt Oper, und 2. Preisträger beim Klavierwettbewerb der Dr. Annemarie Schlüter Stiftung. Zudem beendete er seine Tätigkeit als Hornist, um sich ausschließlich dem Dirigieren zu widmen.
2014 gab er sein Debüt beim Jugendsinfonieorchester Bremen, wo er u.a. Schuberts Unvollendete einstudierte. Im selben Jahr wechselte er als ordentlicher Student nach Köln, wo er Schulmusik mit dem Hauptfach Klavier (Prof. Nina Tichman) und Geschichte (Universität Köln) im Rahmen eines Lehramtsstudiums studiert, dessen vielfältigen Möglichkeiten und zeitliche Freiheiten er zur Vertiefung seiner zahlreichen Interessen nutzt.
In jüngster Zeit widmet er sich neben dem Dirigieren verstärkt der Kammermusik, besonders im Klaviertrio und als Liedbegleiter. Außerhalb seines Studiums gaben zuletzt besonders Begegnungen mit Künstlern wie Prof. Pierre Laurent-Aimard (Köln), Prof. Robert Levin (Harvard), Karen Kamensek (GMD Hannover) und Prof. Bruno Weil (München) wichtige musikalische Impulse.


Waldemar Kinas

Waldemar Kinas geboren im Jahr 1990, begann durch das prägende erste Hörerlebnis Beethovens neunter Symphonie und verschiedener Werke Tschaikowskys seine musikalische Ausbildung im Alter von elf Jahren im Fach Klavier bei Christian Kreft-Schönewolf am Musikschulzweckverband Rheinbach, wo er auch das städtische Gymnasium besuchte.
Die Anfangszeit gestaltete sich in musikalischer Hinsicht damit, viel Duo-Repertoire, sowohl für zwei Klaviere, als auch mit anderen Instrumenten zu lernen. Sein Klavierlehrer brachte ihn auch in Kontakt mit Literatur der klassischen Moderne, darunter Komponisten wie Bartók, Kabalewski, Kurtág und Schtschedrin. Zweimal war er Preisträger im Landeswettbewerb „Jugend musiziert“, das erste Mal bereits nach nur einem Jahr Klavierunterricht. Im Alter von 14 Jahren wurde er in die Abteilung Studienvorbereitung der Musikschule aufgenommen. Die belegten Fächer waren Klavier, Gehörbildung, Harmonielehre, Kontrapunkt und Viola.
Durch schulische Umstände veranlaßt, wechselte er zum zwölften Schuljahr hin auf das Helmholtz-Gymnasium in Bonn, wo ihm die Möglichkeit gegeben wurde, einen Leistungskurs im Fach Musik zu belegen. Ebenso erschloß sich ihm die Möglichkeit, aktiv am Bonner Beethovenfest 2008 mit dem eindrucksvollen Titelthema MACHT – MUSIK teilzunehmen. Dort wirkte er solistisch auf dem Eröffnungsfest und als Korrepetitor und Musiker für die Opernproduktion Die Gärtnerin aus Liebe von Wolfgang Amadeus Mozart mit. Über private Vermittlung nahm er zusätzlich Unterricht in Klavier, Dirigieren und Partiturspiel bei Christoph Maria Wagner, Leiter des E-MEX-Ensembles für neue Musik und Dozent an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Nach Beendigung der Schulzeit und abschließender Auszeichnung durch seine Musikschule trat er seinen Grundwehrdienst an und wurde zum Konzertorchester der Bundeswehr nach Siegburg versetzt.
Zum Sommersemester 2011 immatrikulierte er sich an der Hochschule für Musik und Tanz Köln für den Studiengang Schulmusik mit zweitem Fach Philosophie an der Universität. Er bekam von seinem Hauptfachlehrer Prof. Braun nochmals die Möglichkeit, in aller Ruhe die Grundlagen Instrument Klavier neu zu finden. Die besondere Art des Klavierspiels, die ihm Herr Braun vermittelt hat, verstärkte immer mehr den Wunsch, seine pianistischen Fähigkeiten auszubauen und zu profilieren. Sie führte schließlich dazu, daß er neben seiner Lehramtsausbildung zum Wintersemester 2014/15 auch den Bachelor of Music Studiengang bei Frau Prof. Gesa Lücker dazu aufnahm.
Einen anderen Schwerpunkt hat er sich im Ausbau seiner dirigentischen Fähigkeiten gesetzt, wozu das Schulmusikstudium mit hervorragenden Dozenten, wie etwa dem Domkapellmeister Herrn Prof. Eberhard Metternich und dem Leiter des Europäischen Kammerchores Köln, Herrn Michael Reif, viele Möglichkeiten bietet. Er konnte seine abschließenden Prüfungsleistungen in Chor- und Orchesterleitung mit sehr gutem Erfolg abschließen.
Seit seinem ersten Studiensemester ist er ferner als studentischer Korrepetitor an der HfMT Köln angestellt. Die interdisziplinäre Arbeit mit Schauspielern, die dirigentische Leitung von Chören und Ensembles, die selbständige Korrepetition von Solisten, das Durchführen von szenischen Workshops für Schulklassen an der Oper Köln wie auch das Erteilen von Klavierunterricht an der Rheinischen Musikschule Köln haben sein bisheriges Musikstudium sehr vielseitig gemacht.
Für die Zukunft wünscht er sich, seine Kenntnisse in der Kammermusik zu professionalisieren und ein festes Ensemble zu gründen. Gleichwohl wird die Musikpädagogik ein unverzichtbarer Berufsbestandteil bleiben.


Luke Stoker

Der junge australische Bass Luke Stoker studierte an der University of Queensland sowie am Queensland Conservatorium of Music, wo er u. a. in den Produktionen Cendrillon, The Fairy Queen und Gianni Schicchi mitwirkte. Für die Partie des Simone in Puccinis Gianni Schicchi wurde er mit dem »Wagner Society Award« ausgezeichnet.
Stoker war Solist in Bachs Magnificat, Haydns Nelson Messe, Faurés Requiem, Mozarts Requiem und Krönungsmesse sowie in Händels Theodora.
2011 trat er in Samuel Barbers Dover Beach mit dem New Zealand String Quartet auf. 2012 war Stoker Mitglied des Chores der Opera Australia und übernahm dabei immer wieder auch kleinere solistische Rollen (u. a. Zöllner in La Bohème,Ormonte in Partenope).
Im Juli 2013 gab Stoker sein Debüt als Masetto in Don Giovanni an der West Australian Opera.
Als Gewinner des »German Opera Scholarship through The Opera Foundation Australia« ist er seit der Spielzeit 2013/2014 Mitglied des Internationalen Opernstudios der Oper Köln, war in der Kinderoper u. a. in der Titelpartie von Räuber Hotzenplotz (Andreas N. Tarkmann), Monster in Der gestiefelte Kater und als Pluto in Jacques Offenbachs Orpheus in der Unterwelt«zu hören, an der Oper Köln außerdem als Sciarrone (Tosca), Saretzkij (Eugen Onegin), Chirurgo (La forza del destino), Herold (Otello), Onkel Bonzo (Madama Butterfly), Brander (La damnation de Faust), Priester/Geharnischter (Die Zauberflöte), Zuniga (Carmen),Death (Sāvitri), ´Masetto (Don Giovanni) sowie als Liebhaber Nunte in Johann Adolf Hasses Leucippo.


Alexandra Untiedt

Die in Bayern geborene deutsch-französische Sopranistin Alexandra Untiedt erhielt ihre erste musikalische Ausbildung am musischen St.-Thomas Gymnasium Wettenhausen als Mitglied der St.-Thomas Chorschule, der sie im Alter von zehn Jahren beitrat. Ihr Gesangsstudium absolvierte sie an der Hochschule für Musik Köln sowie dem Sweelinck Conservatorium in Amsterdam. Während ihrer Studienzeit in Köln war sie Stipendiatin des "Yehudi-Menuhin-LiveMusicNow" - Vereines. Meisterkurse bei so renommierten Künstlern und Pädagogen wie Grace Bumbry, Edda Moser, Joan Dornemann, David Wilson-Johnson, Laurent Pillot oder Udo Reinemann sowie ihre Teilnahme an der renommierten International Vocal Arts Academy Tel Aviv unter der musikalischen Leitung von Paul Nadler (Metropolitan Opera) rundeten ihre Ausbildung ab.
Ihre ersten Schritte auf der Opernbühne machte sie als Mezzosopranistin in der Rolle des Hänsel an der Kölner Musikhochschule und der Kölner Kammeroper sowie als 3. Knabe in Mozarts Zauberflöte an den Theatern Solingen und Remscheid. An den gleichen Theatern gab Alexandra nach ihrem Fachwechsel zum Sopran ihr Soprandebut als schlaues Füchslein in Janáček gleichnamiger Oper. Es folgten die Mozartpartien Fiordiligi und Donna Elvira beim Sommerfestival Escales Lyriques in Frankreich, Mlle Silberklang mit dem Zeeuws Orkest in den Niederlanden sowie Donna Anna bei der Opernakademie Schloß Henfenfeld. Außerdem war sie als Mme Lidoine in Poulencs Dialogue des Carmélites bei der renommierten Dutch National Opera Academy sowie als Cajus in Vivaldis Ottone in Villa beim brandenburgischen Festival OperOderSpree zu hören.
In der letzten Spielzeit coverte Alexandra für opera2day die Titelpartie in Cherubinis Médée. Außerdem debütierte sie bei den Operadagen Rotterdam als Ottavia (L'incoronazione di Poppea) und in einer inszenierten Version von Messiaens eindrücklichem Liedzyklus Harawi; beide Produktionen entstanden unter der Regie von Timothy Nelson.
Alexandra Untiedt war erste Preisträgerin beim Internationalen Gesangswettbewerb Grandi Voci in Salzburg, Finalistin bei der Armel Opera Competition in Zusammenarbeit mit dem Fernsehsender Arte sowie des internationalen Gesangswettbewerbes Žďár nad Sázavou und Semifinalistin beim internationalen Maria Bieșu Gesangswettbewerb in Moldavien. Als Konzertsängerin ist die Sopranistin vor allem im Repertoire des 19. und des 20. Jahrhunderts zu Hause, so gehören die Interpretationen von Werken wie Verdis Requiem, Rossinis Petite Messe Solennelle, Mendelssohns Elias oder auch Nielsons Sinfonia espansiva zu ihren größten Erfolgen.
Neben den großen Orchesterwerken aus Oper und Oratorium liebt Alexandra Untiedt die Intimität und das Detail des Liedrepertoires. Zusammen mit der Irischen Pianistin Rebecca Čápová gilt ihre Leidenschaft der Erhaltung dieser Kunstform. Das Duo ist immer wieder in verschiedenen Programmen vor allem des deutschen und französischen Repertoires zu hören.


Ines Vinkelau

Die junge Sopranistin Ines Vinkelau begeistert sich schon seit ihrer frühen Kindheit für die Musik und den Gesang. Nach dem Abitur nahm sie das Gesangstudium an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln bei Frau Professorin Klesie Kelly-Moog auf. Während ihrer Studienzeit dort trat sie bereits im Theater Aachen in Brittens Albert Herring und Ravels L'enfant et les sortilèges auf, außerdem sang sie die Rolle der Norina in Donizettis Don Pasquale 2015 in Berlin.
Die Sopranistin schloß ihr Bachelorstudium im Frühjahr 2014 mit Bestnote ab und studiert seitdem im Masterstudiengang an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin in der Klasse von Frau Professorin Anna Korondi. Außerdem ist sie Studentin der Liedklasse von Herrn Professor Wolfram Rieger und der Opernklasse von Frau Professorin Júlia Várady.
Ines Vinkelau ist Preisträgerin des Euregio Vokalwettbewerbs und erhielt im gleichnamigen Wettbewerb den Förderpreis für die Jugend. Seit diesem Jahr erhält die junge Künstlerin das Deutschlandstipendium und ist Stipendiatin der Sommerakademie Salzburg. Ihre Ausbildung ergänzte sie mit zahlreichen Meisterkursen bei KS Marjana Lipovšek, Helen Donath und Sybilla Rubens.
Die Sopranistin hat sich bereits ein umfangreiches Opern- und Konzertrepertoire erarbeitet, welches sie regelmäßig im In- und Ausland präsentiert, erst kürzlich gab sie im Arnold Schönberg Center Wien einen Liederabend mit der Uraufführung eines Liederzyklus von Dr. Rainer Bischof. Im November dieses Jahres gibt sie ihr Debüt im Konzerthaus Berlin mit dem Brandenburgischen Staatsorchester.


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