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Richard Wagner-Verband Köln e.V.

Stipendiaten 2011


v.l.n.r.: Knut Hanßen, Lena Meuser, Daniel Wagner, Stephanie Lenzen, Thomas Jung und Verena Eßer

Vor dem Festspielhaus in Bayreuth - v.l.n.r.: Knut Hanßen, Lena Meuser, Daniel Wagner, Stephanie Lenzen, Thomas Jung und Verena Eßer

Die folgenden Angaben beziehen sich auf den Zeitraum bis zum Jahr des Stipendiats. Der weitere Werdegang ist nicht berücksichtigt.

Verena Eßer, Pianistin, geboren in Aachen, begann im Alter von fünf Jahren mit dem Klavierspiel. Von 2000-2006 vertiefte sie ihre musikalische Arbeit und studierte an der Hogeschool Zuid in den Niederlanden Klassisches Klavier. Während des Studiums arbeitete sie mehrfach für das Kammermusik-Festival SPANNUNGEN des deutschen Pianisten Lars Vogt und für das Festival Junger Künstler in Bayreuth.
Im Januar 2011 übernahm Verena Eßer unter der Intendanz von Uwe Eric Laufenberg die Leitung des Künstlerischen Betriebsbüros der Oper Köln. Zuvor war sie für drei Jahre als Mitarbeiterin dort engagiert. Die studierte Konzertpianistin machte ihre ersten beruflichen Schritte bei der Kölner Philharmonie, wo sie für das renommierte Festival MusikTriennale Köln den Bereich Jazz/aktuelle Musik betreute.


Knut Hanßen, Pianist, geboren in Köln, erhielt nach der musikalischen Früherziehung (1996-1998) zu seiner Einschulung seinen ersten Klavierunterricht an der Niederrheinischen Musik- und Kunstschule der Stadt Duisburg, ein Jahr später auch Schlagzeugunterricht. Ab 2000 wurde die Ausbildung durch Musiktheorie ergänzt. Zum Wintersemester 2003/04 wechselte er mit dem Hauptfach Klavier als Jungstudent an die Robert Schumann-Hochschule in Düsseldorf zu Herrn Prof. Leander.
Ab September 2005 belegte er als letztes Fach Gesang (ebenfalls an der Niederrheinischen Musik- und Kunstschule), um seine Stimme über den Stimmbruch hinweg stützen zu können. Seit dem Abitur studiert er an der Hochschule für Musik und Tanz Köln im Studiengang Bachelor of Music, Hauptfach Klavier, bei Frau Prof. Arnold. Musik spielt in seinem Leben eine zentrale Rolle. Es ist für ihn nicht nur wichtig, durch seine künstlerische Arbeit ein besonderes Kulturgut unser er Gesellschaft zu erhalten, sondern auch die Freude am Musikhören und am Musikmachen weiterzugeben. Er möchte die Menschen mit Musik begeistern und auch zum Nachdenk en bringen. Natürlich steht dabei das Klavierspiel im Mittelpunkt, da das Klavier sein Hauptinstrument ist. Es ist sein Wunsch, später künstlerisch und pädagogisch tätig zu sein, um Kindern und Jugendlichen eine solide Ausbildung zu geben. Impulse für seine pianistische Ausbildung hat er auf Meisterkursen bei Herrn Prof. Steinschaden (Mozarteum Salzburg), Frau Prof. Eickhorst und Herrn Prof. Aust (beide Musikhochschule Lübeck), Frau Prof. Piazzini (Musikhochschule Karlsruhe) und Herrn Prof. Kämmerling (Musikhochschule Hannover) erhalten.
Neben regelmäßigen Konzerten u.a. an der Robert Schumann-Hochschule (Robert Schumann-Fest), bei der Köhler-Osbahr-Stiftung und den Duisburger Philharmonikern konnte er Auftrittserfahrungen bei Wettbewerben sammeln, u.a. „Jugend musiziert“ (1. Preis Bundeswettbewerb (BW) 2005, 3. Preis BW 2008), Köhler-Osbahr-Stiftung zur Förderung von Kunst und Wissenschaft in Duisburg (1. Preis Altersgruppe I, 2005, 1. Preis Altersgruppe II, 2008), Van-Bremen Klavierwettbewerb (1. Preis Altersgruppe IV, 2010). Er ist sehr stolz und glücklich, neben der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Stiftung Yehudi Menuhin Live Music Now-Köln e.V. für dieses Jahr Stipendiat des Kölner Richard Wagner-Verbandes zu sein. Schon in seiner frühen Kindheit ist er durch die Opernbesuche seiner Eltern in Kontakt mit dem Werk Richard Wagners gekommen. Besonders beeindruckt haben ihn die Meistersinger und Hans Sachs, als dieser sagt:
„...frägt sich's nach der Kunst allein, wer will ein Meistersinger sein.“
Wagner berührt mit seiner Musik und den Inhalten seiner Opern Probleme der Gesellschaft heute wie damals. Er ist für ihn ein Vorausdenker und ein einzigartiger Kunstschöpfer.


Thomas Jung, Dirigent, geboren in Hadamar, studiert seit 2006 an der Hochschule für Musik Köln zunächst die Fächer Lehramt Musik, klassisches Schlagzeug sowie seit 2008 Dirigieren bei Prof. Volker Wangenheim. Für das akademische Jahr 2010/11 ist Thomas Jung Gaststudent und Gastdirigent an der University of Cambridge / Faculty of Music und Mitglied des King‘s College Cambridge. Thomas Jung ist Stipendiat des Kölner Richard Wagner-Verbandes, der Stiftung DEY und der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Im Alter von vierzehn Jahren absolvierte Thomas Jung ein Orchesterpraktikum an der Oper Frankfurt und erhielt ersten Dirigierunterricht durch GMD Paolo Carignani. Dirigierunterricht und Hospitationen an der Sächsischen Staatsoper Dresden (Ballett und Oper) durch ein Stipendium des VdM sowie am Staatstheater Mainz folgten. 2007 gründete Thomas Jung mit einigen Kommilitonen das Junge Ensemble für Neue Musik, um Kompositionsstudierenden die Aufführung auch größer besetzter Orchesterwerke zu ermöglichen, und ist bis 2010 Dirigent und musikalischer Leiter des Ensembles.
Als Dirigent realisierte er verschiedene Jugend-Musiktheater-Projekte und assistierte bei Konzertphasen des Hochschulorchesters. Thomas Jung assistierte Prof. York Höller 2008 bei Proben mit Semyon Bychkov und dem WDR Sinfonie Orchester für die Uraufführung des Orchesterstücks Sphären. 2009 wurde Thomas Jung von Gustavo Dudamel für eine Konzertphase des Gürzenich Orchesters Köln eingeladen und assistierte GMD Markus Stenz bei and eren Konzerten des Orchesters. Ebenfalls 2009 spielte ein von Thomas Jung zusammen gestelltes Orchester mit 80 Studierenden aus ganz NRW unter seiner Leitung die Filmmusik für den Kinofilm Tauwetter von Philipp M. Hönig ein.
Auf Einladung von Peter Eötvös hospitierte Thomas Jung bei einer Konzertphase der Musikfabrik mit Stockhausens Hymnen im Rahmen der Musiktriennale 2010. Als Musikalischer Leiter ist Thomas Jung in der Spielzeit 2010/11 für die Opernproduktion Moses muss singen! der Städtischen Bühnen Münster engagiert. Persönliche Begegnungen mit Karlheinz Stockhausen, Sofia Gubaidulina, Kurt Masur oder John Adams führten zu wertvollen musikalischen Anregungen.


Stephanie Lenzen, Regieassistentin, geboren in Krefeld, sammelte erste Bühnenerfahrungen schon in frühen Jahren aufgrund Ihrer Tanzausbildung. Darauf folgten Geigen- und Gesangsunterricht mit einigen solistischen Auftritten. Nachdem Sie sich zunächst einer medizinischen Ausbildung und einem Psychologiestudium zuwandte, siegte 2010 ihre Liebe zum Theater. Ihre Laufbahn als Regieassistentin begann in der Mitarbeit der Wiederaufnahme Walküre (Inszenierung Robert Carsen). Seither assistierte sie Regisseuren wie Uwe Eric Laufenberg Don Giovanni, Entführung aus dem Serail), Bernd Mottl (Die Csárdásfürstin), Carlus Padrissa (Uraufführung von Stockhausens Sonntag aus Licht), Nicolas Brieger (Krieg und Frieden) und Katharina Thalbach (Rigoletto). Zuletzt war sie für die Wiederaufnahme der Dietrich Hilsdorf Inszenierung L´incoronazione di Poppea verantwortlich.


Lena Meuser, Mezzosopran, geboren in Wuppertal, begann ihre musikalische Laufbahn im Alter von vier Jahren als Geigenschülerin von Peter Estl, Erftstadt. In ihrer Jugend entdeckte Lena Meuser zunehmend ihr Interesse für die eigene Stimme. Erste Schritte der Gesangsausbildung machte sie im Jazzbereich, zunächst unter Anleitung von Patricia Prawitt in Köln.
Mit achtzehn Jahren gewann sie als Vocalist gemeinsam mit "Inside Out" den 1. Platz des Landeswettbewerbs "Jugend jazzt" in NRW. Nach dem Abitur am Musikzweig des Humboldt-Gymnasiums Köln studierte sie zunächst Humanmedizin in Köln. Eine Regie-Hospitanz bei Karin Beier an der Oper Basel weckte jedoch ihre Leidenschaft für die Oper. Die Produktion Semele von Georg Friedrich Händel, unter der musikalischen Leitung von Konrad Junghänel, war ausschlaggebend sich fortan klassischer Stimmbildung zuzuwenden. Mit Andreas Mitschke, der früh ihre Befähigung für das deutsche Fach erkannte, arbeitete sie erfolgreich parallel zum Medizin-Studium. 2005 folgte dann schließlich die Entscheidung, sich voll der Musik zu widmen, und so nahm Lena Meuser ihr Gesangsstudium bei Prof. Christoph Prégardien an der Musikhochschule Köln auf.
Während des nun folgenden Studiums entwickelte sich, geprägt durch Prof. Prégardien sowie Prof. Gary B. Holt und Stefan Irmer, auch ihre große Liebe zum Liedgesang. Insbesondere das Werk Gustav Mahlers und Johannes Brahms nahmen großen Einfluß auf ihre Entwicklung.
2009 wechselte Lena Meuser schließlich in die Klasse von Prof. Mechthild Georg, mit der sie seitdem weiterhin erfolgreich studiert. In Meisterkursen bei Petra Lang und Viorica Cortez sowie in intensiver Arbeit mit Lehrern wie Brigitte Bellini, Andrew Richards und Neil Semer in Paris und New York verfeinerte die junge Sängerin ihre Fertigkeiten. 2010 folgte ein Meisterkurs für Darstellung und Interpretation für Opernsänger bei Prof. Dr. Michael Hampe.
Seit 2008 konnte sie bereits wichtige Erfahrungen als professionelle Konzertsängerin sammeln. So debütierte sie mit der Altpartie in Ludwig van Beethovens Neunter Symphonie in Salvador, Brasilien, mit dem Bahia Symphony Orch estra unter der Leitung von Emil Tabakov. Weiterhin übernahm sie im selben Jahr die weibliche Hauptrolle in der Bühnenfassung des Romans Flughunde von Marcel Beyer am Freien Werkstatt Theater Köln. 2009 folgte wieder Beethovens Neunte, diesmal in Berlin mit dem Preußischen Kammerorchester unter dem Dirigat Frank Zachers. Ebenso 2009 übernahm sie mit der Prinzessin Linetta in der Neuproduktion Die Liebe zu den drei Orangen von Sergej Prokofjew an der Oper Bonn ihre erste Opernrolle.
Im Sommer 2010 wurde Lena Meuser von mehreren Kantoreien nach Rumänien eingeladen, um dort in landesweiten Festivals für Sakrale Musik Stücke von Bach, Mozart, Pergolesi und Haydn darzubieten. Anschließend führten sie weitere Konzerte mit einem Programm aus Lied und Oratorium nach Shanghai sowie Qingdao, China. Im Sommer 2011 wird sie an Kölner Musikhochschule ihre Diplomprüfung für Gesang ablegen. Lena Meuser lebt derzeit in Köln und Versailles.


Daniel Wagner, Tenor, geboren in Stuttgart, spielte schon früh Violine und erhielt seinen ersten Gesangsunterricht bei den Aurelius-Sängerknaben in Calw. Er studierte bei Prof. Klaus Dieter Kern an der Hochschule für Musik Karlsruhe und bei Prof. Jan-Hendrik Rootering an der Folkwang-Hochschule Essen. Währenddessen besuchte er u.a. Meisterkurse bei Kammersängerin Hilde Zadek und Kammersänger Olaf Bär.
Als Konzertsänger trat er bisher u.a. beim Schwarzwald Musikfestival in Freudenstadt, beim Europäischen Musikfest in Stuttgart und bei den „Internationalen Bach-Tagen in Hessen und Thüringen“ mit Bachs Matthäuspassion auf. Während des Studiums sammelte er bereits erste Bühnenerfahrungen in mehreren Opernproduktionen, u.a. als Bardolfo und Cajus in Verdis Falstaff, als Tanzmeister und Scaramuccio in Ariadne auf Naxos (Richard Strauss) sowie als Orfeo in Auszügen aus Monteverdis gleichnamiger Oper (Ludwigsburger Schlossfestspiele).
Mittlerweile gastierte er in diversen Produktionen am „Musiktheater im Revier“ Gelsenkirchen (unter anderem als Don Alvar in Meyerbeers L’Africaine und als Robert in Hindemiths Hin und Zurück), am Staatstheater Darmstadt sowie als Einspringer am „Theater für Niedersachsen Hildesheim“. Ebenso wirkte er im Jahr 2009 an der Oper Köln bei einer Neuinszenierung von Uwe Eric Laufenberg in Richard Wagners Die Meistersinger von Nürnberg mit. Im Anschluß war er dann im selben Werk am Theater Kiel, hier in der Rolle des Meisters Kunz Vogelgesang, zu hören. Im Sommer 2010 sang er den Tamino in Mozarts Die Zauberflöte bei den Bad Hersfelder Opernfestspielen und wurde dafür mit dem „Orpheus-Preis für Nachwuchssänger“ ausgezeichnet.


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