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Richard Wagner-Verband Köln e.V.

Stipendiaten 2010


v.l.n.r.: Stefan Koim, Christina Desalm, Cordelia K. Weil, Hiltrud Kuhlmann geb. Rau, Dr. Ulrich Wilker und Csilla Csövarí

Vor dem Festspielhaus in Bayreuth - v.l.n.r.: Stefan Koim, Christina Desalm, Cordelia K. Weil, Hiltrud Kuhlmann geb. Rau, Dr. Ulrich Wilker und Csilla Csövarí

Die folgenden Angaben beziehen sich auf den Zeitraum bis zum Jahr des Stipendiats. Der weitere Werdegang ist nicht berücksichtigt.

Csilla Csővári, lyrischer Koloratursopran, wurde in Kiskunhalas/Ungarn geboren. Schon früh begann sie mit dem Gesang bei Ildikó Farkasné Szabolcsi und nahm nach dem Abitur ein Gesangsstudium am Leó-Weiner-Konservatorium bei Júlia Bikfalvy in Budapest auf. Von 2001 bis 2006 studierte sie an der Franz Liszt Academy of Music in Budapest bei Prof. Erika Sziklay, erhielt ein Erasmus-Stipendium sowie ein Stipendium der Paul-Hindemith-Gesellschaft und komplettierte ihre Studien bei Prof. Julie Kaufmann in Berlin. Begleitend nahm sie an Gesangskursen bei Krisztina Laki, Júlia Hamari, Katalin Halmai, Éva Marton, Mitsuko Shirai, Yevgeni Nesterenko und Brian McKay teil. Csilla Csővári stand bereits als Miranda in Die Geisterinsel von Johann Friedrich Reichardt in einer Produktion der Musikakademie Rheinsberg auf der Bühne und war außerdem bei den „Hamburger Klangwerktagen“ zu erleben. Ihr Szenisches Diplom bestand sie mit Auszeichnung an der Universität der Künste in Berlin.
Seit der Spielzeit 2008/2009 ist sie Mitglied des internationalen Opernstudios der Oper Köln. Dort sang sie die Rollen der Papagena in W. A. Mozarts Zauberflöte, Sandmännchen und Taumännchen in E. Humperdincks Hänsel und Gretel, die Italienische Sängerin in R. Strauss‘ Capriccio und mit großem Erfolg die Olympia in J. Offenbachs Hoffmanns Erzählungen. Zuletzt wirkte sie in der Kinderoper in Die feuerrote Friederike mit in den Rollen als Frau Briefträgerin, Die Lehrerin und Die Spiegelannatante. Außerdem wurde sie Anfang 2010 als Adele in Johann Strauß‘ Die Fledermaus am Staatstheater Cottbus verpflichtet.


Die in Köln geborene Sopranistin Christina Desalm in Köln, studierte nach dem Abitur am Freiherr-vom- Stein-Gymnasium in Rösrath zunächst Lehramt für Musik und Deutsch an der Folkwang Hochschule und der Universität Essen. 2002 begann sie mit ihrem Gesangsstudium in Essen und wechselte im Jahr 2004 an die Hochschule für Musik Köln in die Klasse von Prof. Arthur Janzen. 2007 machte sie ihr Diplom in der Klasse von Frau Prof. Edda Moser. Im Oktober 2009 beendete sie ihr Studium Konzertexamen an der Hochschule für Musik Köln in der Klasse von Prof. Mario Hoff. Bühnenerfahrung sammelte sie bisher an den städtischen Bühnen Münster, in freien und in Hochschulproduktionen als lyrischer Koloratursopran. Besonders sind hier Produktionen moderner Opern wie Albert Herring (Ms. Wordsworth) von B. Britten, Der Diktator (Charlotte) von E. Krenek, L’abandon d’Ariane von D. Milhaud und Il Re Teodoro in Venezia (Lisetta) von Paisiello in der Bearbeitung Henze zu nennen.
Seit ihrem Wechsel ins lyrischjugendliche Fach im letzten Jahr gehören zu ihren studiertem Repertoire u. a. Partien wie Fiordiligi (Cosí fan tutte), Donna Elvira (Don Giovanni), Contessa (Le Nozze di Figaro), Pamina (Zauberflöte), Mimì (La Bohème) und Agathe (Freischütz).
Im Konzertbereich war sie u. a. bereits im Deutschen Requiem von J. Brahms, Weihnachtsoratorium und Magnificat in D von J. S. Bach und in der Schöpfung von J. Haydn zu hören.
Meisterkurse besuchte sie von Klesie Kelly-Moog, Raina Kabaivanska, Cornelius L. Reid, Michael Hampe, Thomas Heyer und Sissel Hoyem Aune. Sie arbeitete mit Dirigenten wie Jorma Panula, Ralph Otto, Michael Luig, Michael Gielen und Christoph Spering zusammen. 2004 war sie Stipendiatin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes DAAD.


Stefan Koim, Musiker (Gitarre klassisch), geboren in Hamm in Westfalen, begann bereits mit zwölf Jahren mit seiner musikalischen Ausbildung an der Städtischen Musikschule in Hamm und setzte seine Ausbildung nach dem Abitur an der Gitarrenakademie Koblenz bei Prof. Hubert Käppel fort. Im Jahre 2006 begann er sein Studium in Künstlerischer Instrumentalausbildung, begleitend in Instrumentalpädagogik, an der Hochschule für Musik in Köln, wiederum bei Prof. Käppel. Im Rahmen des ERASMUS-Programmes vervollkommnet er sein Studium am Mozarteum in Salzburg bei Prof. Eliot Fisk ab Oktober 2009. Er errang mehrere Preise beim Landes- und Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ in den Kategorien Gitarre solo und Gitarre Kammermusik. Im Jahr 2005 gewann er den 3. Preis beim Heinrich-Albert-Wettbewerb, und im Jahr 2006 im Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ den 1. Preis im Fach Gitarre solo in der Altersgruppe VI.


Die Sopranistin Hiltrud Kuhlmann (geb. Rau) wurde in Deggendorf geboren und begann ihren musikalischen Werdegang in frühen Jahren mit dem Violin- und Klavierspiel. Ihre ersten Gesangsstunden erhielt sie im Alter von 16 Jahren bei Alice Burešová in Erlangen. Im Jahr 2005 begann sie ihr Gesangsstudium an der Hochschule für Musik Würzburg bei Frau Prof. Cheryl Studer, das sie seit 2008 bei Frau Prof. Klesie Kelly-Moog an der Hochschule für Musik in Köln fortsetzt. Ihre Gesangsausbildung ergänzte sie mit zahlreichen Hochschul- und Meisterkursen im Solo- sowie im Lied- Duobereich, wie z. B. bei Margreet Honig, Ulrich Eisenlohr/Ruth Ziesak, Axel Bauni, Karl-Peter Kammerlander, Irwin Gage/Esther de Bros (Schleswig-Holstein-Festival), Brigitte Fassbaender (Richard-Strauss-Festival), 1. Deutsche Liedakademie Trossingen.
Neben dem Opern-, Oratoriumund Liedgesang bildet die Kammermusik einen weiteren Aspekt ihrer Tätigkeit. Mit ihrem Ensemble, dem Sarment-Quintett (Streichquartett mit Sopran) besuchte sie Kurse bei dem Vocesund dem Mandelring-Quartett. Mit diesem Ensemble gewann sie 2008 einen Förderpreis in der Kategorie "Kammermusik mit Gesang" beim Deutschen Hochschulwettbewerb. In der Spielzeit 2008/2009 war sie als Taumännchen in Humperdincks Hänsel und Gretel am Mainfrankentheater Würzburg zu hören. Hiltrud Rau erhielt den 2. Preis beim Paula-Salomon-Lindberg- Wettbewerb „Das Lied“ (2009).


Cordelia Katharina Weil, Mezzosopran, wurde in Darmstadt geboren, wuchs aber in Kenia und Großbritannien auf, wo sie nach einem Studienaufenthalt an der University of Cambridge an die Guildhall School of Music and Drama, London, wechselte und dort ein Violoncello- Studium erfolgreich abschloß. Seit 2006 studiert sie Gesang im Fach Künstlerische Ausbildung bei Prof. Mechthild Georg an der Hochschule für Musik in Köln und ist derzeit in Vorbereitung ihres Abschlusses. Weitere Zusammenarbeit mit Prof. Marcus Creed, im Bereich des Kunstliedes mit Prof. Jürgen Glauß und Prof. Gerald Hambitzer, sowie szenische Arbeit mit Prof. Michael Hampe und Prof. Igor Folwill. Wertvolle künstlerische Impulse erhielt sie in Meisterkursen bei Prof. Claudia Eder und insbesondere von KS Marjana Lipovšek und Alfred Burgstaller innerhalb der Sommerakademie Mozarteum Salzburg 2008.
Ihr Operndebut gab Cordelia Katharina Weil im September 2007 als Hänsel in Humperdincks Hänsel und Gretel. Weiterhin gab sie ihr Debut an der Oper Köln im März 2008 in der Kinderoper-Produktion von Maurice Ravels L'Enfant et les Sortilèges / Das Kind und der Zauberspuk. Weitere Gastverträge folgten - aktuell für die Spielzeit 2009/2010 als Lehrbube in Wagners Die Meistersinger von Nürnberg (Regie: Uwe Eric Laufenberg) unter GMD Markus Stenz. Im Januar 2009 trat sie in der Rolle der Mrs. Peach in einer modernen Adaption der Beggar's Opera (Pepusch/Gamley) an der Hochschule für Musik Köln auf. Durch ihr breitgefächertes Repertoire von der Renaissance bis in die Moderne ist Cordelia Katharina Weil regelmäßig als Solistin in geistlicher Literatur sowie als Liedinterpretin in Köln, dessen Umland, im Rhein-Main-Gebiet und Südhessen zu erleben, z. B. konzertant im Staatstheater Darmstadt, mit dem Cölner Kammerorchester, dem Deutschen Radio-Kammerorchester, dem Apollon Ensemble Krefeld oder dem Mainzer Akademieorchester. Aus dem Gesangswettbewerb NRW 2008 ging sie als Preisträgerin hervor; weiterhin ist Cordelia Katharina Weil Stipendiatin des Fördervereins der Kinderoper zu Köln.


Der Musikwissenschaftler Dr. Ulrich Wilker wuchs in Bielefeld auf und besuchte dort das humanistische Ratsgymnasium. Sein Studium der Musikwissenschaft mit den Nebenfächern Germanistik sowie Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft an der Universität zu Köln schloß er 2006 mit einer Arbeit über Arnold Schönbergs Violinkonzert op. 36 ab. Seit 2007 ist er Lehrbeauftragter des Musikwissenschaftlichen Instituts an der Kölner Universität und hat u. a. Seminare zu den Streichquartetten der Zweiten Wiener Schule, den Symphonien von Jean Sibelius, zur Oper nach 1900 und zur verfemten Musik in der NS-Zeit angeboten. Im Sommersemester 2010 wird er zusammen mit Prof. Dr. Claudia Liebrand ein Seminar zu Opernlibretti am Institut für Deutsche Sprache und Literatur leiten. Er war wissenschaftliche Hilfskraft am Kölner Joseph Haydn- Institut und ist Mitherausgeber der Oper L’isola disabitata im Rahmen der historisch-kritischen Gesamtausgabe von Haydns Werken. Momentan arbeitet er an einem Dissertationsprojekt über Alexander Zemlinskys Operneinakter Der Zwerg, das durch ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert wird. Neben dem Verfassen von Programmhefttexten, u. a. für die Oper Frankfurt oder die Brühler Schloßkonzerte, moderiert Ulrich Wilker regelmäßig Konzerteinführungen für das Beethovenorchester Bonn. Auf Einladung der amerikanischen German Studies Association wird er im Herbst 2010 einen Vortrag über die Musik in Thomas Manns Roman Doktor Faustus im kalifornischen Oakland halten.


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